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Über 20 Jahre Ehekrieg

Zwei Jahrzehnte sind Brigitte und Herbert Schwerdtfeger, gespielt von Gabriele Meyer und Jörg Zick vom Theater „Die Traumtänzer“ das hessische Vorzeigeehepaar schlechthin und bieten hessisches Kabarett der Extraklasse – hemmungslos, geschwätzig, zankend und philosophisch – so komisch, wie eine nachmittägliche Talkshow und so absurd wie Beckett. Zwei wie aus dem richtigen Leben, die weder miteinander noch ohneeinander auskommen können.

Brigitte ist die Plappertante. Sie betreibt ein Nagelstübchen, nimmt das Leben locker, will vor allem ihren Spaß.

Für Herbert ist das oft nicht ganz so spaßig, aber er ist die Gelassenheit in Person. Als langjähriger Sparkassenangestellter legt er Wert auf Ordnung und Sauberkeit und ist zudem sehr harmoniebedürftig.

Das Ehepaar Schwerdtfeger ist ein Garant für beste Unterhaltung und der Beweis dafür, dass sich Gegensätze anziehen. Nach über 20 Jahren Bühnenehe lieben sie sich noch immer, auch wenn man das nicht immer merkt …

Die Brigitte …

… nimmt das Leben leicht. Geld ist zum Ausgeben da, und wenn es all‘ is‘ muss ihr Mann Herbert eben für neues sorgen. Brigitte redet gerne und viel, vor allem ohne Punkt und Komma. Häufig benutzt sie Fremdwörter, steht mit ihnen aber arg auf Kriegsfuß. Das Brigittchen ist sehr neugierig und probiert gerne mal etwas Neues aus. Bei allem was „in“ ist, will sie dabei sein – egal ob es um Urlaub, Essen, Trinken, Sex oder Mode geht. Sie hat zu allem eine Meinung und weiß alles besser. Wir sind sicher, dass sie selbst dem Finanzminister die Steuererklärung erklären würde.

Weil Brigitte jeden Tag unglaublich beschäftigt ist, hat sie auf Kinder verzichtet, weil für die beim besten Willen keine Zeit gewesen wäre. Als Ausgleich hat sie aber für mehrere Zootiere Patenschaften übernommen …

Der Herbert …

… arbeitet bei der Sparkasse und verdient das Geld, das seine Frau mit vollen Händen ausgibt. Er ist ein konservativer Mann, bleibt gern allein, ist sparsam und sammelt mit großer Leidenschaft Briefmarken. Für ihn ist Ordnung das halbe Leben; die andere Hälfte ist Sauberkeit. Auf Körperpflege legt er größten Wert.

Mode, neue Trends, Suchtmittel oder sexuelle Ausschweifungen interessieren ihn überhaupt nicht. Alles Extreme ist ihm zutiefst zuwider. Er bevorzugt bei allem die goldene Mitte. Und die ist immer dort, wo Ruhe, Frieden und Harmonie herrschen. Am liebsten ist er dort, wo er sich auskennt. Obgleich er in der Großstadt mit all ihren Innovationen und Möglichkeiten lebt, würde er niemals etwas Neues ausprobieren. Wo er einkauft, isst oder trinkt, ist er Stammkunde oder Stammgast.

Die Kinderlosigkeit seiner Beziehung mit Brigitte kommt ihm nicht ungelegen. Weitere Familienmitglieder hätten viel zu viele Veränderungen, Schmutz und Krach in seine Ehe gebracht –und die ist ja auch so schon schwierig genug.